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Tipp 107: Bereiten Sie Gespräche mit der Schule vor.
Ich habe oft erlebt, wie Eltern die vereinbarte halbe Stunde Gesprächszeit folgendermaßen gestalten: Zuerst wird zehn Minuten ein Beleg gesucht – zum Beispiel ein Zeugnis oder ein ärztliches Gutachten –, oder es wird noch auf den anderen Elternteil gewartet. Dann wird 20 Minuten ohne Punkt und Komma geredet. Und zwar werden minuziös verschiedenste familiäre und schulische Begebenheiten geschildert, deren roter Faden – wenn überhaupt einer vorhanden ist – vom Zuhörenden nur erahnt werden kann. Der hat kaum Gelegenheit nachzufragen, geschweige denn die Möglichkeit, die Sicht der Schule darzustellen. Denn die Eltern bestehen darauf, erst einmal alles Wichtige zu sagen und ausreden zu können. Daher ist es auch kaum möglich, über Ursache und Wirkung oder sinnvolle Maßnahmen zu reden. Dann ist die Zeit um. Und ein nächster Termin kann erst wieder nach längerer Zeit gefunden werden. Ob der besser verläuft? Nota bene: Es handelt sich auch um gebildete Eltern. Die sind aber so befangen, dass alle sonst selbstverständlichen Vorbereitungen auf ein Gespräch völlig in Vergessenheit geraten.
Wenn Sie auf dem Weg in die Schule sind, haben Sie ein Anliegen. Sie wollen etwas erreichen: mehr Verständnis für Ihr Kind, die Abmilderung einer Strafe, eine bessere Förderung des Nachwuchses, oder an der Wahrnehmung Ihres Kindes im Unterricht soll sich etwas ändern. Und es soll von der schrecklichen Susi weggesetzt werden. Vielleicht wollen Sie aber auch alles zusammen. Das ist dann zu viel auf einmal. Hier müssen Sie als Erstes die Prioritäten setzen.
Was können Sie tun?
- Klären Sie zuerst Ihre Erwartungen: Sollen nur Informationen ausgetauscht werden, oder soll sich langfristig etwas ändern?
- Bringen Sie nicht mehr als drei Anliegen vor. (Sie riskieren sonst, dass keines richtig geklärt werden kann.)
- Beginnen Sie mit dem Wichtigsten, damit dafür genügend Zeit zur Verfügung steht.
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