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Tipp 96: Ein guter Informationsfluss in der Schule ist (leider) keine Selbstverständlichkeit.
Auf dem Tisch der Schulleiterin landet eine Abmeldung eines Schülers von der Schule. Kein ungewöhnlicher Vorgang, denn in einer großen Schule sind Schulwechsel aus einer Vielzahl von Gründen auch während des Schuljahres keine Seltenheit. Wenn Zeit war, habe ich die Eltern angerufen, um den Grund der Abmeldung zu erfahren. Manchmal hörte ich dann zu meinem Erstaunen von einer langen Leidensgeschichte des Kindes – Mobbing, Ungerechtigkeiten, fehlende Sensibilität für bestehende Erkrankungen oder Lernstörungen. Und der Grund für die Abmeldung: „Die Schule hat sich nie um uns gekümmert, wir sind sehr enttäuscht.“
Gekümmert hätten sich die Schulpsychologen, die Beratungslehrerin, der Klassenlehrer und auch die Schulleiterin gerne, wenn Sie nur informiert gewesen wären! Der alltägliche Schulbetrieb ist schnelllebig und hektisch. Für das einzelne Kind lässt er wenig Zeit, manchmal zu wenig, insbesondere wenn ein Kind spezielle Bedürfnisse hat. Scheuen Sie sich also nicht, lieber einmal mehr zum Telefonhörer zu greifen, vor allem wenn ein Lehrerwechsel stattgefunden hat. Denn manche Lehrkraft unterrichtet gut und gern 300 bis 400 Schülerinnen und Schüler, da passiert es leider trotz aller Bemühungen in der Praxis immer wieder, dass eine Information verloren geht: Wissen wirklich alle Lehrer über die Hochbegabung Bescheid? Liegt auch der Geschichtslehrerin das LRS-Attest vor? Kennt die neue Deutschlehrerin die Todesanzeige von vor drei Monaten aus der Zeitung? Ist dem Mathematiklehrer bekannt, dass das Kind ein Jahr jünger als seine Klassenkameraden ist?
Was können Sie tun?
- Informieren Sie neue Lehrer über Probleme und Hintergründe.
- Sorgen Sie dafür, dass zumindest der Klassenlehrer alle Fakten kurzfristig erfährt und fragen Sie ihn, wie er seine Kollegen informiert.
- Sprechen Sie die Schulleitung an, wenn die Klassen und Fachlehrer nicht weiter helfen (können) und fragen Sie nach weiteren Möglichkeiten.
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